|
| Buchcover | Autor | Titel | Beschreibung |
| Bild | Autor | Leer | Beschreibung |
| Datum | Ereignis | Stamm | Häuptling |
| September 1520 | Hernan Cortes Expedition 1519-1539 - Unter den Azteken brach die von Cortes eingeschleppte Pockenepidemie aus. Die Seuche dauerte 70 Tage. Der Seuche fiel auch der neue Aztekenkaiser Cuitlahuac zum Opfer. Diese Epidemie verhinderte wahrscheinlich auch, dass die Spanier von den Azteken wieder aus Mexiko vertrieben werden konnten. Innerhalb eines Jahres starben etwa 40% der indianischen Bevölkerung. Zwischen 1520 und 1665 wurde die indianische Bevölkerung von ca. 11 Millionen auf ca. 1 Million dezimiert. | Azteken | Cuitlahuac |
| 1620 | Erster Kontakt der Spanier mit der Ute. Die Spanier brachten neben Geschenken auch Krankheiten wie Pocken, Masern, Diphtherie, Thyphus und Mumps mit. An diesen Krankheiten starben zwischen 1600 und 1750 schätzungsweise 4'000 Ute. | Ute | - |
| 1631 - 1639 | Die Abenaki wurden zwischen 1631 und 1639 von drei Pockenepidemien heimgesucht. | Abenaki | - |
| 1633 | Sagamore Chickataubut vom Stamm der Neponset (Massachusett Indianer) starb an Pocken in seinem Dorf bei Mosswetusset Hummock in der Nähe der heutigen Stadt Quincy, Massachusetts. Sein Nachfolger wurde Kitchemekin. | Neponset (Massachusett) Neponset (Massachusett) | Chickataubut Kitchemekin |
| 1. November 1634 | Vertrag der Pequot mit den Engländern 1634In der Massachusetts Bay Colony in Salem unterzeichneten die Pequot und die Engländer einen Vertrag. Die Pequot erklärten sich bereit, die beiden Mörder von Captain Stone auszuliefern und erhielten dafür so viel Land am Connecticut River, wie sie wollten. Außerdem erhielten die Engländer 40 Biberfelle, 30 Otterfelle und 400 Fathom Wampum. Die Pequot benötigten einen Verbündeten. Die Pockenepidemie von 1633 dezimierte ihre Bevölkerung so sehr, dass sie den Angriffen der Narragansett stärker ausgesetzt waren. Ebenfalls um 1633 verloren die Pequot durch die Epidemie ihre Herrschaft über Block Island (Rhode Island). | Pequot | Sassacus |
| 1634 | Pilgerväter 1620-1676 - Unter den Engländern (in Plymouth und in der Kolonie Massachusetts, dem heutigen Boston) und den Indianern grassierten Pocken und Grippe. | Pokanoket (Wampanoag) | - |
| Herbst 1639 - Frühling 1640 | Zwischen Sommer 1639 und Frühjahr 1640 wurden die Huronen (Wenden) und Petun von einer letzten starken Pockenepidemie heimgesucht. Die französischen Jesuiten zählten nach der Epidemie nur noch etwa 12'000 überlebende Huronen (Wendat) und Petun. Zwischen Sommer 1634 und Sommer 1640 sank die Zahl der Huronen (Wenden) und Petun von 30'000 bis 35'000 auf etwa 12'000! Die Petun lebten noch in 9 Dörfern. | Huron (Wendat) Petun (Wendat) | - |
| 1639 - 1641Nicht erkannter Quellenhinweis | Von 1639 bis 1641 wurden die Neutrals-Indianer von einer Epidemie durch eingeschleppte europäische Krankheiten (Pocken und Masern) heimgesucht. Die Zahl der Neutrals sank vermutlich von ca. 40'000 auf ca. 12'000. 1638 brach in Boston (Massachusetts) eine Pockenepidemie aus, die sich bis nach Ontario ausbreitete. Dieser Bevölkerungsrückgang, der von französischen Missionaren dokumentiert wurde, hatte folgende Auswirkungen auf die Neutralen: - Bevölkerungsrückgang: Der massive Bevölkerungsrückgang führte zu einem Mangel an Arbeitskräften für die Jagd, die Landwirtschaft und die Verteidigung des Territoriums. - Soziale Destabilisierung: Die traditionelle Lebensweise der Neutralen brach zusammen, da Familien und Gemeinschaften durch die Krankheit zerstört wurden. - Schwächung der Macht: Die Neutralen verloren ihre Vormachtstellung in der Region und wurden anfälliger für Angriffe rivalisierender Stämme, vor allem der Irokesen. | Neutrals | - |
| 1640 - 1641 | Die französischen Missionare St. Jean de Brebeuf und Chaumonot besuchten 18 Dörfer der Neutral (Attiwandaronk) im Süden Ontarios. Sie schätzten, dass die Neutral noch etwa 12'000 Einwohner zählten. Im Vergleich dazu gab es 1615 noch etwa 40'000 Neutrals. Der Grund für diesen Rückgang waren eingeschleppte europäische Krankheiten wie Pocken und Maser sowie die ständigen Kriege gegen andere Stämme. | Neutrals | - |
| 1643 | 1643 lebten 13 verschiedene Indianergruppen auf Long Island. Im Westen der Halbinsel lebten verschiedene Lenape-Gruppen, im Osten verschiedene Algonquin-Indianer. Die ersten Europäer berichteten, dass die Indianer in runden Grashütten mit einem Durchmesser von 3 bis 7 Metern lebten. Die Indianer halfen den Siedlern auch, indem sie ihnen beibrachten, wie man jagt, fischt und Mais anbaut, der es den Siedlern ermöglichte, in der neuen Umgebung zu überleben. Die Engländer behandelten die Indianer in der Regel fair. Anders die Holländer, die immer wieder Indianer töteten. Die Probleme mit den Holländern und eine Pockenepidemie im Jahr 1658 waren der Grund dafür, dass die Indianer nach und nach Long Island verließen. Der letzte Canarsie-Indianer starb um 1800. https://awalkthroughflushing.wordpress.com/2014/12/17/24/. http://blog.nmai.si.edu/main/2011/08/americas-first-urban-myth.html. https://de.wikipedia.org/wiki/Merrick_(Volk). | Canarsie (Lenape) Rockaway Matinecock (Algonquin) Merrick (Algonquin) Massapequa Nissequoge Secatoag Seatauket Patchoag Corchaug (Algonquin) Shinnecock Manhaset Montauk (Algonquin) | Canarsie Rockaway Matinecock Merrick Massapequa Nissequoge Secatoag Seatauket Patchoag Corchaug Shinnecock Manhasset Montauk |
| 1649 | Die Abenaki wurden von den Pocken heimgesucht. | Abenaki | - |
| 1677 - 1679 | Die Abenaki wurden 1677 und 1679 von den Pocken heimgesucht. | Abenaki | - |
| 1687 | Die Abenaki wurden von Pocken und Masern heimgesucht. | Abenaki | - |
| Oktober 1689 | Die Engländer wollten Québec und Montreal gleichzeitig angreifen: - Eine Streitmacht von 855 Milizsoldaten aus Neu-England, Maryland und New York und vielen Irokesen wollte Montreal angreifen und über den Lake Champlain und den Richelieu River vorrücken. - Von Bosten aus sollten 34 Schiffe und 2'000 Soldaten Québec angreifen. Die für Montreal bestimmten Truppen erreichten Montreal jedoch nie. Die Truppen wurden inkompetent geführt, zudem brachen während des Marsches die Pocken unter den Truppen aus. Die Truppe löste sich auf. Die Schiffe erreichten Québec erst am 15. Oktober, als der Frost bereits eingesetzt hatte. In Québec waren 2'000 Franzosen versammelt. Nach einigen Tagen des Kampfes und 30 toten Soldaten liefen die Schiffe ein. Auch hier brachen die Pocken unter den Engländern aus. | Iroquois | - |
| 1691 | Die Abenaki wurden von den Pocken heimgesucht. | Abenaki | - |
| Um 1700 | Die Huronen und ihre Verbündeten, die Erie, Susquehannock und andere Stämme schlossen sich zum Stamm der Wyandot zusammen. Alle diese Stämme wurden durch die von den Franzosen eingeschleppten Pocken und die Kämpfe gegen die Irokesen stark dezimiert. | Huron (Wendat) Petun (Wendat) Susquehannock Wyandot | - |
| 1715 | Unter den Miami-Indianern bricht eine Pockenepidemie aus. Die Pockenepidemien von 1715, 1733 und vor allem 1752 waren der Grund dafür, dass die Zahl der Miami zwischen 1700 und 1760 von ca. 4500 auf ca. 1750 zurückging. | Miami | - |
| 1721 | Erneut wurden die Houma nördlich von New Orleans von einer Pockenepidemie heimgesucht. Die Zahl der Houma sank von vielleicht 400 auf etwa 200. | Houma | - |
| 1729 | Die Abenaki wurden von den Pocken heimgesucht. | Abenaki | - |
| 1730 | Eine Pockenepidemie zwang die Abenaki, den Ort Missisquoi zu verlassen. Bereits ein Jahr später kehrten die Abenaki zurück. | Abenaki | - |
| 1733 | Unter den Miami-Indianern bricht eine Pockenepidemie aus. Die Pockenepidemien von 1715, 1733 und vor allem 1752 waren der Grund dafür, dass die Zahl der Miami zwischen 1700 und 1760 von ca. 4500 auf ca. 1750 Personen zurückging. | Miami | - |
| 1733 | Die Abenaki wurden von den Pocken heimgesucht. | Abenaki | - |
| ??? | William Johnson besucht Teantontaloga, eine der größten Mohawk-Siedlungen, und überzeugt die Mohawk, gegen die Engländer zu kämpfen. Das wiederum beunruhigt andere Mohawk-Dörfer wie Canajoharie. Der Ligarat der Irokesen hatte jedoch keine Regelungsbefugnis und konnte die Neutralität nicht durchsetzen. Zwischen den Stämmen der Irokesen herrschte Uneinigkeit. Einige Irokesenkrieger, die gegen die Engländer kämpfen wollten, zogen in die Gegend des Wohnortes von William Johnson, erkrankten dort aber an Pocken, sehr viele Irokesen starben. | Mohawk (Iroquois) | - |
| 1750 | Die Mandan lebten am oberen Missouri in Nord-Dakota in 9 großen Dörfern. Um 1800 gab es wegen Cholera- und Pockenepidemien nur noch zwei große Dörfer. Die Mandan bauten Rundboote aus Büffelleder, mit denen sie Flüsse überquerten. Für längere Reisen waren diese Boote jedoch ungeeignet. | Mandan | - |
![]() | |||
| Rundboot aus Bisonhaut, fotografiert bei Fort Union, Nord-Dakota. Quelle: Thomet Daniel 2010 | |||
| April 1752 | Unter den Indianern am Wabash River bricht eine Pockenepidemie aus. Der Gouverneur von Neufrankreich, Charles de Moyne, hoffte, dass die Epidemie wirksamer sein würde als ein militärisches Vorgehen gegen die Indianer. Aufgrund der Aggressionen zwischen den Franzosen und den Miami wegen deren Handel mit den Engländern zeichnete sich ein Krieg ab. Inzwischen hatten die Franzosen etwa 30 Miami-Krieger getötet, die Miami ihrerseits etwa 10 Franzosen. | Miami Shawnee | - |
| 21. Juni 1752 | Der französische Händler Charles Longlade vernichtete mit 2 Divisionen Soldaten und 250 Nipissing Indianer aus der Gegend von Detroit Pickawillany. Le Demoiselle und 14 Miami wurden getötet. Die Miami, Delaware und Shawnee schworen Rache für die zerstörte Handelsstadt. Doch die inzwischen ausgebrochene Pockenepidemie verhinderte wohl einen offenen Ausbruch des schwelenden Krieges gegen die Franzosen. Zudem wollte Virginia die Indianer nicht im Kampf gegen die Franzosen unterstützen. Durch den Tod von La Demoiselle verloren die Piankeshaw und Wea Krieger und ihren Häuptling und schlossen sich wieder den Miami bei Kekionga an. Außerdem rückten die Miami wieder näher an die Illinois-Konföderation, die Potawatomi und Kickapoo heran. Durch die Pockenepidemie und die Verluste bei der Zerstörung von Pickawillany waren die Wea nicht mehr die größte und kriegerischste Gruppe der Miami. Der Ausbruch des Franzosen- und Indianerkrieges 1754 verhinderte eine rasche Ausbreitung der Engländer über die Appalachen nach Westen. So mussten sich die Indianer in Indiana wohl oder übel wieder mit den Franzosen arrangieren. | Miami Nipissing (Ojibwe) Kickapoo Potawatomi Illinois (Illinois Confederation) | La Demoiselle |
| 1755 | Die Abenaki wurden von den Pocken heimgesucht. | Abenaki | - |
| 1760 | Die Anzahl der Miami wurde auf ca. 2'000 Personen geschätzt, davon ca. 1'000 Krieger: - 250 Piankeshaw Krieger - 350 Miami Krieger (Atchatchakangouen, Kilatika, Mengakonkia, Pepicokia) - 400 Wea Krieger 1695 wurde die Anzahl der Miami noch auf ca. 4'500 geschätzt. In den letzten 65 Jahren ist die Zahl der Miami auf weniger als die Hälfte geschrumpft, was auf zahlreiche Epidemien, vor allem Pocken, aber auch auf die Einfälle der Irokesen in das Land der Miami zurückzuführen ist. | Miami | - |
| 1762 | In der Gegend der Forts Miamis und Ouiatanon am Wabash River brachen unter den Miamis die Pocken aus. | Miami | - |
| 22. Juni 1763 | Die Belagerung von Fort Pitt durch die Indianer beginnt mit 330 Mann unter Hauptmann Simeon Ecuyer. Als Ersatz für Fort Pitt wird Oberst Henry Bouquet (ein Schweizer!) mit 400 Soldaten aus den Highlands (Schottland) entsandt. Am 1. August 1763 gaben die Indianer die Belagerung von Fort Pitt auf, um sich der Bedrohung durch die anrückenden Truppen zu stellen. Während der Belagerung schenkte Captain Ecuyer den Indianern ein wertvolles Taschentuch und zwei Decken. Die Textilien hatte er den an Pocken erkrankten Männern in seinem Fort abgenommen! Am 20. August 1763 erreicht Oberst Henry Bouquet mit etwa 500 Mann Fort Pitt und beendet damit die Belagerung. | Shawnee Delaware | - |
| 14. September 1763 | 500 Seneca überfielen einen Wagenzug mit 30 Wagenladungen Proviant, Waffen und Munition, der aus Fort Schlosser (in der Gegend der Niagarafälle) nach Fort Niagara kam, und töteten die meisten der 24 Soldaten. Die Schüsse alarmierten zwei Kompanien mit 80 Soldaten, die etwa eine Meile entfernt im Fort Little Niagara stationiert waren. Nur 10 von ihnen überlebten den Angriff der Indianer, 6 von ihnen schwer verwundet. Der Kommandant von Fort Niagara, Major Wilkins, rückte mit seiner gesamten Streitmacht aus, doch die Indianer waren bereits abgezogen. Die Engländer verloren insgesamt 130 Mann. Wilkinson schickte ein Expresskanu nach New York mit der Nachricht von der neuerlichen Katastrophe. General Amherst wusste sich nicht anders zu helfen, als das Kopfgeld auf Pontiac von 100 Pfund auf 200 Pfund zu verdoppeln. Aber Amherst war nicht dumm. Er begann nun, einen teuflischen Plan in die Tat umzusetzen. Er ließ durch Colonel Bouquet mit Pocken verseuchte Decken an die Indianer verteilen. | Seneca (Iroquois) Seneca (Iroquois) Seneca (Iroquois) | Cornplanter Honayewus Sayenqueraghta |
| Mitte November 1763 | Beim letzten Versuch, Fort Detroit einzunehmen, erlitten die Indianer eine vernichtende Niederlage. Pontiacs Angriffsplan war verraten worden. Die Allianz der indianischen Nationen zerbricht. Durch den Krieg war der Handel mit für die Indianer inzwischen lebenswichtigen Gütern wie Messer, Kochgeschirr, Waffen und Munition zum Erliegen gekommen. Zudem wurde ihr Durchhaltewille durch die Pocken schwer erschüttert. Man schätzt, dass die Pocken insgesamt bis zu 50 Prozent der indianischen Bevölkerung östlich des Mississippi dahinrafften. Auch die von Pontiac versprochene Verstärkung durch Franzosen und Spanier blieb aus. | Ottawa Ojibwe Potawatomi Huron (Wendat) | Pontiac |
| 1775 | Die Oglala und Brule erreichten auf ihrem Weg nach Westen entlang des Bad-River und durch die Badlands (Süd-Dakota) die Black Hills im äußersten Westen von Süd-Dakota. Der Oglala-Häuptling Standing Bull soll die Black Hills entdeckt haben. Damals zählten die Oglala und Brule zusammen etwas mehr als 10'000 Menschen. Auf ihrem Weg nach Westen trafen die Lakota auf die Arikara (auch Ree genannt), die in der Gegend von Pierre (im Zentrum von Süd-Dakota am Missouri) in Lehmhäusern lebten. Die Arikara pflanzten Mais und Bohnen an und jagten Büffel auf Pferden. Die Arikara waren zu dieser Zeit stärker als die Oglala und Brule und zählten um 1760 etwa 22'000 Menschen, davon etwa 4'000 Krieger, die alle Pferde besaßen! Diese konzentrierte Vorherrschaft der Arikara, Mandan und Hidatsa wurde später durch die von den Weißen eingeschleppten Windpocken gebrochen, und die Oglala und Brule konnten den Mississippi nach Westen überqueren. | Oglala (Lakota) Brule (Lakota) Arikara | Standing Bull |
![]() | |||
| Badlands in Süd-Dakota. Quelle: Thomet Daniel 2010 | |||
| 1775 | Die Oglala und Brule erreichten auf ihrem Weg nach Westen entlang des Bad-River und durch die Badlands (Süd-Dakota) die Black Hills im äußersten Westen von Süd-Dakota. Der Oglala-Häuptling Standing Bull soll die Black Hills entdeckt haben. Damals zählten die Oglala und Brule zusammen etwas mehr als 10'000 Menschen. Auf ihrem Weg nach Westen trafen die Lakota auf die Arikara (auch Ree genannt), die in der Gegend von Pierre (im Zentrum von Süd-Dakota am Missouri) in Lehmhäusern lebten. Die Arikara pflanzten Mais und Bohnen an und jagten Büffel auf Pferden. Die Arikara waren zu dieser Zeit stärker als die Oglala und Brule und zählten um 1760 etwa 22'000 Menschen, davon etwa 4'000 Krieger, die alle Pferde besaßen! Diese geballte Dominanz der Arikara, Mandan und Hidatsa wurde später durch die von den Weißen eingeschleppten Windpocken gebrochen und die Oglala und Brule konnten den Mississippi nach Westen überqueren. | Oglala (Lakota) | Standing Bull |
| 1781 | Eine vereinte Streitmacht der Cree, Assiniboine und Ojibwe überfiel ein Dorf der Mandan-Indianer in Nord-Dakota am Missouri River. Viele Hidatsa-Indianer des Dorfes waren bereits an den Pocken gestorben, so dass die Angreifer nur auf wenige noch lebende Krieger trafen. Schon auf dem Rückweg starben viele der angreifenden Krieger. Zu Hause steckten die überlebenden Krieger ihre Angehörigen an. Nach dem Angriff zogen die Hidatsa flussaufwärts und gründeten an der Mündung des Knife River ein neues Dorf. | Assiniboine Ojibwe Cree Hidatsa | - |
| 1781 | Am Zusammenfluss von Red River und Assiniboine River, in der Nähe des heutigen Winnipeg, befand sich ein großes Dorf der Assiniboine. Nach dem Überfall der Assiniboine, Creek und Ojibwe auf die mit Pocken infizierten Hidatsa steckten die heimkehrenden Assiniboine das ganze Dorf an. | Assiniboine | - |
| 1781 | Am südlichen Ende des Dauphin Lake befand sich ein großes Dorf der Assiniboine. Nach dem Angriff der Assiniboine, Creek und Ojibwe auf die mit Pocken infizierten Hidatsa steckten die heimkehrenden Assiniboine das ganze Dorf an. | Assiniboine | - |
| 1782 | Erste Pockenepidemie bei den Arikara. | Arikara | - |
| 1782 | Die Sklallam an der Nordwestküste Washingtons wurden von einer Pockenepidemie heimgesucht. | Sklallam | - |
| Juli 1790 | Der Spanier Manuel Quimper segelte mit seinem Schiff 'Princesa Real' durch die Straße von Juan de Fuca. Dabei schleppte er die Pocken ein. Im Jahr 2005 wurden in Port Angeles Harbor (Tse-whit-zen) 335 Gräber von Lower Elwha Sklallam Indianern gefunden, die an den Pocken gestorben waren. | Lower Elwha Sklallam (Sklallam) | - |
| 1800 | Die Omaha wurden von den Blattern (Pocken) dahingerafft. Unter ihnen war auch ihr Häuptling Blackbird (Washinga Sahba). Die übrigen Omaha schlossen sich den Pawnee an, um sich besser vor Feinden schützen zu können. Die Omaha lebten zu dieser Zeit im Gebiet des Wakonda River / Missouri am Mississippi. | Omaha Pawnee | Blackbird |
| 1800 | Häuptling Blackbird der Omaha-Indianer starb (wahrscheinlich) an Blattern (Pocken). Er wurde auf dem heute bekannten Blackbird-Hill in Nebraska begraben. | Omaha | Blackbird |
| 1. Oktober 1804 Nicht erkannter Quellenhinweis | Lewis and Clark 1804-1806 - Lewis . | Cheyenne Arikara | - |
| Mai 1805 | Der Delaware-Häuptling Buchongahelas starb an einer Seuche, wahrscheinlich an den Pocken. | Delaware | Buckongahelas |
| November 1805 | Lalawethika, Tecumsehs Bruder, war bis dahin eine Art Medizinmann bei den Shawnee am White River und allgemein nicht sehr angesehen. Eines Tages träumte er, dass die Indianer zu ihren alten Kräften zurückkehren sollten, bevor es zu spät sei. Zu dieser Zeit hatten die Indianer durch die Verträge mit Harrison unter Druck viel Land verloren und lebten zerstreut in kleinen Gruppen mehr oder weniger weit voneinander entfernt. Alkohol war ein weit verbreitetes Problem, ein Jahr zuvor waren viele Indianer im Frühjahr wegen der vielen Überschwemmungen verhungert. Zudem grassierten die Pocken und andere Seuchen, gegen die die Indianer kaum resistent waren. Quacksalber und Wunderheiler hatten Hochkonjunktur. Es wurden Hexenjagden veranstaltet, um die Schuldigen an den sich schnell ausbreitenden und tödlich verlaufenden Seuchen zu finden. Die Schuldigen wurden verbrannt oder hingerichtet, doch das Sterben ging weiter. Lalawethika wurde aufgrund seiner Träume und Visionen plötzlich von den Menschen gehört und bald als der Prophet bezeichnet. Er predigte, dass Whiskey nur für die Weißen, nicht aber für die Indianer gemacht sei. Die für jeden Krieger heiligen Medizinbeutel, die ihn ein Leben lang begleiteten und in schweren Zeiten beschützten, sollten weggeworfen werden, die Krieger sollten nur noch den Anweisungen des Propheten folgen. Die Identität und das Selbstvertrauen der Indianer sollten wiederhergestellt werden. In seinen Visionen sollten alle Weißen durch übernatürliche Kräfte verschwinden und das einst so reiche Wild zurückkehren. Zwischen 1740 und 1775 traten mindestens 8 Propheten wie Lelewethika auf. Seine Vision und seine Ideen können auf zwei Propheten zurückgeführt werden: - Wangomend, vom Stamm der Munsee, der zwischen 1757 und 1775 am Susquehanna und am Allegheny predigte - Neolin, der zwischen 1760 und 1766 predigte. Beide predigten, dass die Weißen durch übernatürliche Kräfte aus dem Land vertrieben würden und verschwänden. | Kispoko (Shawnee) Kispoko (Shawnee) | Lalawéthika Tecumseh |
| 1814Nicht erkannter Quellenhinweis | Unter den Oglala ist eine Pockenepidemie ausgebrochen. Diese Information stammt von einem Piktogramm (siehe Bild unten), das ich im White River Visitor Center in der Pine Ridge Reservation gesehen habe. | Oglala (Lakota) | - |
![]() | |||
| Das Piktogramm zeigt, dass 1814 eine Pockenepidemie unter den Oglala ausbrach. Quelle: Thomet Daniel 2010 | |||
| 1816 | Ausbruch von Pocken, Masern und Cholera unter den Komantschen. | Comanche | - |
| 7. Mai 1833 | Maximilian zu Wied Expedition 1832-1834 - Der Yellow-Stone durchquerte das heutige Gebiet der Blackbird Hills. Im Jahre 1800 wurde hier der an Pocken verstorbene Häuptling Blackbird der Omaha begraben. | Omaha | Blackbird |
![]() | |||
| Blackbird Hills. Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Blackbird_Hill_by_Karl_Bodmer_-_cropped.jpg | |||
| 1833 | Die Ponca am Mississippi wurden durch die von den Weißen eingeschleppten Pocken stark dezimiert und zählten vielleicht noch 1500 Menschen, davon etwa 300 Krieger. | Ponca | - |
| 1833 | Eine kleine Gruppe von Crows mit 30 Zelten lagerte im Quellgebiet des Sheyenne River in Nord-Dakota. Die Cheyenne hatten sich erst vor kurzem wieder in diesem Gebiet niedergelassen und bemerkten das Lager der Crows. Die Cheyenne zählten zu diesem Zeitpunkt etwa 300 Zelte. In der Nacht griffen die Cheyenne das Lager der Crow an und töteten alle bis auf wenige, die fliehen konnten. Etwa 600 Krieger der Crows und die Häuptlinge Rotten Belly, Long Hair, Little White Bear, Yellow Belly und Two Face machten sich auf den Weg nach Nord-Dakota, um den erlittenen Verlust zu rächen. Die Crows verfolgten die Cheyenne bis zum Arkansas River und überfielen deren Lager. Zwischen 100 und 200 Cheyenne-Krieger wurden getötet, 270 Frauen und Kinder gefangen genommen und etwa 1'000 Pferde erbeutet. Die Crows verloren 5 Krieger und hatten 15 Verwundete. Der Angriff auf die Cheyenne erfolgte am Arkansas River, entweder in Colorado oder in Kansas. Auf dem Rückweg nach Montana trafen die Crows auf einen Einwandererzug und steckten sich mit Pocken an! Die Hälfte der Crows starb auf dem Rückweg nach Montana. Die Crows teilten sich in kleine Gruppen auf, um den Pocken so weit wie möglich zu entkommen. Im nächsten Sommer trafen sich die Crows wieder an der Mündung des Big Horn River in den Yellowstone River. Von den 800 Zelten des Vorjahres waren nur noch 360 übrig geblieben. . | River Crow (Crow) Crow Crow Crow Crow Cheyenne | Rotten Belly Long Hair Yellow Belly Two Face Little White Bear |
| Juni 1836 | Zweite Pockenepidemie bei den Arikara. | Arikara | - |
| Juni 1837 | Die Arikara wurden von der dritten Pockenepidemie heimgesucht. Nach Angaben von Francis A. Chardon (Pelzhändler in Fort Clark) starb bei dieser Epidemie etwa die Hälfte der Arikara. | Arikara | - |
| Ende Juni | In Fort McKenzie traf ein Langboot mit Handelsgütern aus Fort Union ein. Das Boot brachte auch die Pocken mit und steckte die Blackfoot Indianer an. Etwa 2/3 der Blackfoot Indianer starben an den Pocken. | Blackfoot | - |
| Juni 1837 | Francis A. Chardon notierte in seinem Tagebuch, dass während der Pockenepidemie im Sommer 1837 die Zahl der Mandan von 1800 auf 23 Männer, 40 Frauen und 60 bis 70 Kinder reduziert wurde! Unter den Opfern befand sich auch Häuptling Four Bears. | Mandan | Four Bears |
| Sommer 1837 | Edwin Thompson Denig arbeitete als Buchhalter in Fort Union an der Grenze zwischen Nord-Dakota und Montana. Er heiratete die Tochter des Assiniboine-Häuptlings `Iron Arrow Point` und die Schwester des Assiniboine-Häuptlings `First to Fly`. Ein Dampfer der American Fur Trade Company brachte die Pocken nach Fort Union. Denig überlebte die Pocken fast unbeschadet. | Assiniboine Assiniboine | First to Fly Iron Arrow Point |
| 1837 | Die Mandan wurden von einer Blatternepidemie heimgesucht. Die letzten etwa 1600 Mandan wurden fast vollständig ausgerottet. Die letzten 150 Überlebenden schlossen sich den Hidatsa an. | Mandan Hidatsa | - |
| 1837 | Ein Kielboot kam in Fort McKenzie an. Die Waren waren mit Pocken verseucht. In der Folge breiteten sich die Pocken unter den Blackfoot aus und forderten 6'000 Todesopfer, 2/3 der damaligen Blackfoot-Population. Dadurch waren die Blackfoot nicht mehr in der Lage, ihre ehemaligen Feinde wie die Northern Shoshone zu unterdrücken. Die Pocken wurden entweder durch Reisende über den Missouri oder durch weiße Siedler eingeschleppt, die sich zunehmend im Gebiet der Blackfoot niederließen. | Blackfoot Northern Shoshone | - |
| 1837 | In den Jahren 1837 und 1838 grassierte eine Pockenepidemie in den Prärien des Mittleren Westens der Vereinigten Staaten. Die Epidemie ging vom Dampfschiff 'S.S. St. Louis' aus, das von St. Louis auf dem Missouri nach Fort Mackenzie im Norden Montanas fuhr. Die Mandan, Hidatsa, Arikara, Assiniboine, Crow, Pawnee und Blackfoot wurden infiziert. Etwa 2/3 der Blackfoot starben an Pocken. Von den Arikara und Assiniboine starb die Hälfte. Von den Crow starben etwa 1/3, von den Pawnee etwa 1/4 und von den Mandan über 90%. | Mandan Hidatsa Arikara Assiniboine Crow Blackfoot Pawnee | - |
| Winter 1838 | Trotz der Pockenepidemie im Nordwesten Montanas blühte der Pelzhandel schnell wieder auf. Über Fort McKenzie wurden die Felle von 10'000 Bisons gehandelt. | Blackfoot | - |
![]() | |||
| Bison im Custer State Park in Süd-Dakota. Quelle: Thomet Daniel 2010 | |||
| 1839 | Ausbruch von Pocken, Masern und Cholera unter den Komantschen. | Comanche | - |
| 1845 | Nach den Pockenepidemien von 1836 und 1837 wurde die Bevölkerung vor allem der Mandan sowie der Hidatsa stark dezimiert. Die Mandan und Hidatsa waren nun zu schwach, um sich gegen die Angriffe der Dakota und Yantonai zu verteidigen. Deshalb schlossen sich die beiden Stämme zusammen und gründeten das gemeinsame Dorf Like-a-Fishhook. | Mandan Hidatsa Yanktonai (Western Dakota) Dakota | - |
| Herbst 1847 | Im Great Basin (großes Trockengebiet, das die Staaten Utah, Arizona, Oregon, Kalifornien und Idaho umfasst) breitet sich eine Pockenepidemie aus, von der auch die Modoc und Klamath betroffen sind. Wie bei anderen Stämmen in der Region ist davon auszugehen, dass etwa 25 bis 50 Prozent der Menschen an den Pocken starben. Einige Stämme weiter nördlich am Columbia River wurden vollständig ausgerottet. Die Jüngsten und Ältesten waren besonders anfällig für die Krankheit. Solche Epidemien waren für die Indianer ein Schock. Da viele Älteste starben, konnten sie ihr Wissen, ihre Geschichten und Traditionen nicht mehr an die jüngeren Stammesmitglieder weitergeben. Außerdem mussten die Stämme plötzlich von den Jüngeren geführt werden, ohne die Unterstützung der großen Erfahrung und Weisheit der Älteren. | Modoc Klamath | - |
| 1848 | Die Crows wurden wahrscheinlich von den Shoshone-Indianern mit Pocken infiziert. Die Verluste waren jedoch nicht so hoch wie bei den Epidemien von 1833 und 1849. | Crow | - |
| 1854 | Kit Carson bemerkte auf seinem Weg in den Norden Colorados, dass bei den Ute die Pocken ausgebrochen waren und der Häuptling gestorben war. Die Ute beschuldigten Kit Carson, mit Pocken infizierte Decken unter den Indianern verteilt zu haben. Die Ute und Apachen griffen daraufhin eine spanische Siedlung im San Luis Valley im Süden Colorados an und töteten die Siedler, wo immer sie sie antrafen. | Ute Apache | - |
| 1856 | Die Arikara wurden in ihrem Dorf am Beaver Creek in Nord-Dakota von der vierten Pockenepidemie heimgesucht. | Arikara | - |
| 1856 | Die Crows erholten sich langsam von den Pocken und zählten wieder etwa 460 Zelte mit rund 3'000 Personen. | Crow | - |
| Januar 1857 | Coacoochee (Wildkatze) starb an Pocken in Alto, Coahuila (Mexiko). | Miccosukee (Lower Creek) | Coacoochee (Wild Cat) |
| 1862 | Die Arikara wurden in ihrem Dorf am Beaver Creek in Nord-Dakota von der vierten Pockenepidemie heimgesucht. Die Arikara waren durch die vielen Epidemien zu schwach geworden, um sich gegen die ständigen Angriffe der Lakota zu wehren. Deshalb verließen die Arikara ihr Dorf am Beaver Creek und zogen in das Dorf Like-A-Fishhook zu den Mandan und Hidatsa. | Arikara Mandan Hidatsa | - |
| 1862 | Unter den Stämmen entlang der Westküste der Vereinigten Staaten und Kanadas brachen die Pocken oder Blattern (engl. smallpox) aus, fast die Hälfte der Indianer starb, etwa 14'000 Menschen! Die Pocken brachen in San Francisco aus und breiteten sich bis März 1862 nach Victoria aus, von dort nach Alaska zu den Tlingit und südwärts bis zum Puget Sound (Washington). Nach dem Auftreten der ersten Krankheitsfälle vertrieben die Behörden die in den Städten und Dörfern lebenden Indianer, die die Krankheit mit sich brachten und ihre Stammesgenossen ansteckten. | - | - |
| 1863 | Pockenepidemie tötet über 80 Prozent der Cahuilla-Indianer. | Cahuilla | - |
| Winter 1864 | Im Winter 1864/1865 brachen unter einer kleinen Gruppe von Ute-Indianern die Pocken aus. Eines der Pockenopfer war Häuptling Arapeen. | Ute | Chief Arapeen |
| 10. April 1865 | Nach dem Ausbruch der Pocken im Winter 1864/1865 verhandelten Häuptling Jake Arapeen und Dolmetscher John Lowry vergeblich im Dorf Manti. Die Ute machten die Weißen für die Pockenepidemie verantwortlich. Kurz darauf wurden Elijah B. Ward und James P. Anderson aus Manti bei Nine Mile von Ute-Indianern unter Chief Black Hawk getötet. | Ute Ute | Black Hawk Jake Arapeen |
| 23. Januar 1870 | Baker Massaker 1870 - Oberst Eugene M. Baker überfiel als Vergeltung für die Ermordung von Malcolm Clarke vor vier Tagen das Piegan-Dorf am Marias River unter Häuptling Heavy Runner. 217 Dorfbewohner wurden getötet, darunter 50 Kleinkinder und 90 Frauen. Der Überfall dauerte etwa 3 Stunden. Das gesamte Dorf wurde niedergebrannt. Die überlebenden 140 Frauen und Kinder wurden nach Fort Ellis gebracht, aber wieder freigelassen, nachdem bei vielen von ihnen die Windpocken festgestellt worden waren. | Piegan (Blackfoot) | Heavy Runner |
![]() | |||
| Typisches Tipi der Prärieindianer. Quelle: Daniel Thomet 2010 | |||
| 1899 | Im Reservat der Sauk und Fox in Oklahoma wüteten die Pocken so stark, dass Teile der unter Quarantäne gestellten Dörfer der Sauk und Fox niedergebrannt wurden. | Sac and Fox | - |